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Psychohygiene: 10 Tipps wie du trotz Krise einen kühlen Kopf bewahrst

Photo by Glen Carrie on Unsplash

Zur Zeit kommt man um das Thema nicht drum herum, aber was können wir tun, um mit dem Erlebten besser umgehen zu können?

 

Ich habe euch 10 Tipps zu einem achtsameren Umgang mit der Krise ausgearbeitet:

 

Informieren ja – überfluten nein

Gehörst du auch zu denen, die sich derzeit alle 15 Minuten über die aktuelle Lage informieren? Oder eine Nachrichten App auf dem Handy haben und bei jeder Neuigkeit ein Brummen in der Hosentasche verspüren und dann nachschauen, was nun wieder passiert ist? Informationen sind in dieser Zeit wichtig, gerade auch, wenn du beruflich auf dem neusten Stand sein musst. Aber es ist ein schmaler Grad zwischen informieren und überfluten. Wenn du informiert bleiben möchtest, such dir feste Zeiten oder eine maximale Anzahl von Besuchen der Nachrichtendienste. Deinstalliere Nachrichtenapps oder schalte sie zumindest auf stumm. Schaffe dir genug Freiraum, ohne Nachrichten und Updates zur Krise.

 

Die Pandemie ist endlich

Auch wenn sich derzeit alles ewig lang anfühlt und der Virus uns noch lange begleitet, die Kontaktsperren werden enden. Die globale Lähmung wird enden. Wir werden lernen mit dieser neuen Situation umzugehen. Wir werden uns daran "gewöhnen", wie an viele vorangegangene Schreckensmeldungen auch. Die Situation, in der wir uns derzeit befinden, wird sich verändern. Nichts bleibt wie es ist.

Das Leben ist schön

Trotz Pandemie leben wir noch immer in einer wunderbaren Zeit, mit vielen Annehmlichkeiten. Erlebe bewusst, dass es auch weiterhin Dinge gibt, die dir Spaß machen und dich erfreuen. Und ganz wichtig, erlaube dir auch weiterhin diese Dinge zu tun, dich daran zu erfreuen, Spaß zu haben und dein Leben zu genießen.

 

Dankbarkeit

Mache dir bewusst, wofür du dankbar bist. Fange dabei vor allem mit Dingen an, die nicht materiell sind. Fange in deinem Innern an. Sei dankbar für deine Stärke, deine Talente, deine Familie. Wertschätze schöne Momente, wie Spaziergänge, die Yogasession online oder der Zusammenhalt, der durch die räumliche Trennung entsteht.

 

Ressourcen

Mache dir eine Liste mit deinen Ressourcen. Worauf und auf wen kannst du dich verlassen? Wer steht dir zur Seite (Haustiere zählen auch!)? Was hat dich bis jetzt in deinem Leben berührt oder umgehauen? Wie bist du da wieder rausgekommen? Wie konntest du wieder aufstehen? Du warst bereits stark, mutig und flexibel, du hast in deinem Leben schon viele Erfahrungen gemacht, die nicht einfach waren. Was hat dir damals geholfen? Vieles davon kannst du auch heute wieder einsetzen. Hänge dir die Liste auf, wenn es dir schlecht geht, schaue drauf und erinner dich, wie viele tolle Ressourcen du hast.

 

Sei milde mit dir selbst

Verurteile dich nicht selbst dafür, dass du vielleicht auch ab und an in Panik verfällst. Vielleicht doch etwas mehr einkaufst als nötig oder es derzeit kein anderes Gesprächsthema gibt. Es ist ok, dass du dir Sorgen machst. Es ist ok, dass du dich vielleicht verloren fühlst. Es ist ok, dass du Angst hast. Erlaube dir auch diese Zustände und Gefühle und verurteile dich nicht zusätzlich dafür, dass dies gerade so ist.

 

Gib der Angst einen Namen

Was ist gerade bei dir wirklich los? Die ganze Pandemie nagt an deinen Nerven, aber was ist es genau, was dich unsicher macht? Gib deiner Angst einen Namen, ordne sie deinen Befürchtungen zu. Wenn du möchtest, ordne sie einer Farbe, einem Tier oder einer fiktiven Person zu. Warum? Weil es viel anstrengender ist, sich mit einer Angst auseinanderzusetzen, die du nicht kennst. Dann wirkt sie viel größer, mächtiger und unheilvoller als sie ist. Hat sie hingegen einen Namen, kannst du sie ansprechen, hat sie eine Form, kannst du überlegen ob die Angst wirklich so groß ist. Die Angst ist fassbar und so weitaus weniger bedrohlich.

 

Gedanken

Wenn aber auch gar nichts hilft und dir die Gedanken deinen Schlaf rauben, führe ein Tagebuch oder Sorgenbuch. Schreibe nieder was dich bedrückt. Bewahre es an einem sicheren Platz auf. Versichere dich, dass deine Gedanken dort gut aufgehoben sind. Sie dir sicher, du kannst sie nicht vergessen, denn sie sind ja aufgeschrieben. Du kannst nun etwas Ruhe finden, mit der Sicherheit, dass deine Gedanken auch morgen noch da sind, nicht vergessen werden und von dir jederzeit ergänzt und gestrichen werden können.

 

Routine

Du bist im Home Office? Alle Kids daheim, keine Ruhe oder du lebst allein und kommst nicht aus deinem Schlafanzug raus? Mach dir einen Tagesplan, plane deine Woche genau durch, mit Pausen und Zeit für Freizeit. Stehe früh auf und mache dich schick, so als würdest du zur Arbeit gehen. In so unsicheren Zeiten müssen wir uns selbst einen Rahmen geben. Das gibt Halt und auch die eigentliche Arbeit läuft besser, wenn wir durch Rituale und die passende Kleidung im Arbeitsmodus sind.

 

Stück für Stück

Wie isst man einen Elefanten? Richtig, einen Bissen nach dem anderen. Verlange von dir nicht, von heute auf morgen sorgenfrei zu sein oder mit der Situation umgehen zu können. Praktiziere kontinuierlich deinen neuen Tagesablauf, arbeite an deinem Mindset und erlaube dir, und auch deinen Mitmenschen, ein Stück Chaos und Panik. Wir alle sind in einem Boot und werden gemeinsam hindurch gehen. Wir werden gemeinsam lernen mit dieser neuen Situation umzugehen.

 

Ein liebevoller Hinweis von mir, wenn dich die Sorgen doch zu sehr erdrücken und Selbsthilfe nichts nützt. Du spürst, dass alte Wunden aufgerissen werden, deine Stimmung sehr tief sinkt, wende dich an professionelle Hilfe.

 

Derzeit ist die Nachfrage groß, auch daran erkennst du, dass es vielen so geht.

 

Ein Gespräch mit einer Telefonseelsorge, oder Therapeuten deiner Wahl, können dein stabiler Anker sein.

 

Die TelefonSeelsorge ist rund um die Uhr unter 0800 1110111  erreichbar. Die Anrufe sind kostenfrei und die Anonymität ist gewährleistet.


Auch online kannst du dich unter telefonseelsorge.de an die Telefonseelsorge wenden und per Mail und Chat Kontakt aufnehmen.

 

 

Wie geht es dir mit der Situation gerade? Was sind deine Tipps, mit der du diese unruhige Zeit gerade überstehst? Ich freue mich auf deinen Kommentar.

 

Viel Gesundheit, Franziska

 

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